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CD-Kritik "SelberAttack"

www.sonidobscuro.com

Die Schweizer Band Selber überraschte uns erstmals als diese Platte in unsere Hände gelangte, und – gegenwärtig – sind wir uns sicher, eine der bereits klassischen Platten dieses Jahrzehnts zu besitzen.
Auf ihr zweites release vorgreifend und immer interessiert an zunehmend undergroundigen Tönen, erfüllt es uns mit Stolz, ihre erste Platte zu kommentieren, die man zusammengefasst als dem industriellen Klang nahe bezeichnen könnte, mit unheimlichem Beat, auf der der hysterische Diskurs’ des Sängers Silvano Cerutti uns die perfekte Art demonstriert, Themen/Titel zu rezitieren. Wie erwähnt, gelingt es Silvano, eine bebende Art zu finden, uns die Lyrik mittels Schreien und Atonalitäten zu übermitteln, begleitet von Roger Meier, einem wahrhaften Hirn des Avantgardesounds mit Klängen und Lärm für eine andere Welt...
Der dritte Neurotiker der Band ist der Gitarrist Rafi Hoffman, der Titeln wie "Chloroform" (Juwel der Platte, mit einer psychedelischen und verzerrten Gitarre), "Cyberjunk", "Haifisch" und "Oppositionsambulanz", um einige zu nennen, das perfekte Gleichgewicht verleiht. Die ganze Platte ist eine Perle, die in jede Sammlung gehört, welche die Güte hat, die Musik des Schweizer Trios der Qualität wegen zu schätzen, die sie einschliesslich in so verdaulichen Titeln wie "Jesus and Heroin" und "Ausgeträumt" repräsentiert. Wünschst du dir, stolz auf deine Musikkultur zu sein, musst du dieser grossen Band folgen und auf ihre Website gehen, wo ein EP für 2003 verfügbar sein wird.
(Reynaldo Gonzales Ágreda - webzine:www.sonidobscuro.com, November 2003 Übersetzung:Joseph Oggier)


 

Dark City

Psychedelisch-industrielle Musik, durchgedrehte Geräusche und hysterische Reden - all das findet sich auf dem neuen Album von Selber. Es ist Musik für psychisch Kranke und für alle, die in der Lage sind, solcher „Anti-Musik“ zu zu hören. Das ist eine Platte für alle, die den Mainstream nicht mögen aber unkonventionelle Musik. Aber eigentlich empfehlen wir die Platte einfach allen. Sie ist es wert, gehört zu werden und sie wird Euch mit einiger Sicherheit ein paar Ziegel vom Dach sprengen.
(Uebersetzung aus dem Russischen von Denis Liadov)


VISIONS Nr. 93

Nachdem wir bereits das erste Demo von Selber besprechen durften, kommt das Schweizer Trio jetzt mit seinem Debütalbum “Attack” über uns. Alle sechs Songs des letzten Ergusses sind enthalten, und auch sonst gibt es wieder einen lyrischen und musikalischen Rundumschlag allererster Kajüte. Zusammengestellt ist dieser - liebe Musiker, bitte nicht böse sein über unumgängliche Kategorisierungen - aus prosaischen Lyrics, die am ehesten an die alten Neubauten erinnern, Samples irgendwo zwischen eben genannter Band und Nine Inch Nails sowie hypnotisch-hässlichen Gitarrenschleifen. Selber sind krass, sowohl musikalisch als auch textlich, darauf legen sie es allerdings auch an. Aber immerhin das. Ob nun auf der Bühne des Schul-Weihnachtskonzertes oder beim Wave Gotik Treffen, Respekt sollten Selber aus allen Ecken bekommen. Ein Album, bei dem es sich lohnt, es mehr als einmal zu hören. Infos und CD gibt es für 25 Schweizer Franken (ca. 30 Mark) plus Versand. Jochen Schliemann


The Original Sin


I really like the idea behind the Swiss band as this DIY in the widest sense as even the name refers to it!Selber is Silvano`s( one of the three members! ) sister who used to shout "I want to do it myself" and inspired by that classic note Silvano,Roger and Rafi started jamming in 1996 with playing music that is inspired by industrial hardcore and industrial punk, but that were their roots as their current sound has nothing to do with it (except the spirit).Selber play a sort of indus noise that has a lot to do with the sound Einstürzende Neubauten were making in their "Haus Der Lüge"area.In fact,Selber is a sort of project as all three members do play in a band outside Selber which has nothing to do with the style Selber are making and it wouldn`t wonder me at all if Selber could be seen as a sort of catharsis for their souls and succsess is really that doesn`t interest them at all as according to themselves selling 100 copies would allready be a success!Well, at least they`re not pretending to change the world and they are sober enough to realize that their music is one of the most individualistic styles that can be played.Selber are in my opinion the kind of band who are capable of writing very interesting noisethings that probably will stay unnoticed because DIY immediately indicates that it will be heard by a small audience.A shame or godsend?I`m affraid I will never find the answer but if you are into anarchistic noise-music with an electronic and avantgardistic undertone Selber must be something for you! (Didier Becu,Original Sin, April 2002)


Zillo


"Selberattack" ist das Debütalbum des Schweizer Trios Selber, das sechs Stücke ihrer Demo-EP "Toxische Delikatessen" sowie sechs neue Titel enthält. Im linken Spektrum angesiedelt agieren Selber musikalisch in einem weit gefassten Feld, das Stilistiken aus den Achtzigern bis hin zum Jahr 2000 beinhaltet. Selber haben Kompositionen von eher zeitlosem Charakter geschaffen, die dabei in der Art ihrer Interpretation und Intonation unter einem Kunstaspekt zu betrachten sind. Silvano Cerutti hat sich dabei auf die Variante des Sprechgesangs spezialisiert, wirkt in seinem Schaffen tdeatralisch , sperrig und morbid, ist in einer Linie mit einem Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) oder Stefan Ackermann (Das Ich) zu sehen. Eine Assoziation, die auch durch den lyrischen Tiefgang begründet ist, greift Cerutti in seinen Texten doch die Dekadenz und desillusionierenden Zustände dieser Zeit auf, statt sich in sinnentleerte Mallorca-Parolen zu flüchten. Dass die Stachel der Realität nicht mit Schönklang konform gehen, zeigt sich auch in der Musik. Von der Punk-Ideologie des Selber-Machens ifiziert, attackieren Selber den Hörer mit schrägen, punkigen, aber auch akustisch angehauchten Gitarrentönen und harschen Elektronikpatterns. Musik mit Ecken und Kanten, die den apokalyptischen Zügen der Texte ihren Tribut zollen. "Selberattack" - Kunst und Wahrheit, die man nicht an jeder Ecke, sondern nur im gutsortierten Untergrund findet.
Frank Rummeleit, Zillo, Oktober 2000


Sonic Seducer


Die Schweizer haben ja schon mit Apfel-vom-Kopf-Schiessen & Hustenkräuterzubereitungen in Würfelform seltsamen Humor bewiesen, da braucht man sich nicht wundern; das Trio in Besetzung "Sprech", Sampler & Gitarre hat unter dem Motto "Selber machen!" mit der 14-Track-"Attack" eine seltsame Mischung aus Punk (sprechgesangliches & musikalisches Unvermögen plus Gitarre) & Avantgarde-/Industrial-Soundspielereien geschaffen & schaffen glücklicherweise, Ironie nicht nur in ihrer Musik zu integrieren, um mit "narkotisierten Songs, gefälschten Stdion-Rockern und beinah terroristischen Ausbrüchen""das Ende der neokapitalischen Gesellschaft" zu formulieren, sondern sich dabei selbst nicht allzu ernst zu nehmen - was gut ist: denn nähmen sie sich richtig wichtig, würden mir die komischen Klanggebilde mit dem allerdings selbst erkannten Ungesang gewiss noch mehr auf den Keks gehen, & so ist diese immerhin gut gestaltete CD nur für die interessant, die verschrobene Lyrikvorträge in Kombination mit Klängen mögen, die allerdings seltenst ausreichendem Masse vom Ungesang abzulenken vermögen.
R. Laudert, Sonic Seducer, Oktober 2000


Music-Scene

(Online)

«... Störgeräusche, betäubte Sounds, verschrobene Gittarrenakkorde und Sprechgesang», seien die Substanzen ihres Debütalbums, lassen Selber verlautbaren. Und tatsächlich hackt sich die Zuger Band mit Samplern, düsteren Riffs und psychedelischem Sprechgesang durch das Album. Nicht ohne poetischen Anspruch spricht sich der Sprecher Cerutti durch die Klangwelten, höchst subjektive Ansichten zum Leben, vertont, verziert, verzerrt. Eher ein linguistischer Selbstversuch denn ein Hitparadenknüller ist das Album. Wer Muse hat, hört zu ... für andere bleibt es sinnsuchender Unsinn, verpackt in nervtreibendem Sound ... Zwischen Wehklagen, versuchtem Gesang und terroristischen Schreiattacken entfalten sich digitale Soundcollagen, hart, zerstörend, tiefgründig. Düstere Riffs setzen Akzente. Zwischen kaum erträglich und durchaus hörbar bewegen sich die Stücke inhaltlich, bestechen jedoch allesamt durch eine hörenswerte Produktion und durchdachte Arrangements. Dass der «Prix Walo» in weiter Ferne ist, wird die drei Musiker kaum kümmern. Vielleicht gibt es nach dem eigenen Label dann auch noch den Selber-Preis. Diesen haben sie zumindest schon gewonnen, stellt das Album doch eine experimentelle und mutige Ausnahme im einheimischen Schaffen dar.
(tom), Music-Scene, September 2000


Kritik zum Demo Toxische Delikatessen

Visions

"Toxische Delikatessen" heisst das Demo des kauzigen Schweizer Trios Selber, und in der Tat klingt die Band wie der Zeitvertreib dreier leicht gestörter Medizinstudenten im Stechapfelrausch, die zu viele Sezierungen hinter sich haben: Riffs, die sich mit letzter Mühe über die Ziellinie schleppen, selbstgebastelte Loops und Beats aus der klinisch reinen "Sick Weirdo"-Abteilung, und über allem weht ein debil-morbider Hauch von Untergangsstimmung. Besonders prägnant ist der Rezitativ-Gesang von Silvano Cerutti, der wie das Abfallprodukt eines Versuchs klingt, das Genmaterial einer läufigen Bergziege mit Blixa Bargelds Samen zu vermengen. Sick stuff for sick people, aber spannend.
Ingo Neumayer Visions, Oktober 1999
(Eine Kritik, die unserer Meinung nach den Nagel ziemlich auf den Kopf trifft, wir bedanken uns auch artig.)


Zillo

Selber "Toxische Delikatessen" Okay, dass Rammstein kein rein ostdeutsches Phänomen sind, wissen wir spätestens seit ihren Erfolgen in Amerika. Dass aber ausgerechnet eine Band aus der Schweiz auf den Zug aufspringt, mag dennoch etwas überraschen. Die drei Eidgenossen geben sich auf diesem Tonträger als Westentaschen-Rammstein und spielen sich recht gekonnt durch sechs schwermütige Nummern, die besonders, aber nicht nur wegen des Gesangstils von Silvano Cerutti an Till und Co erinnern. Hat mit meinem Leben nicht sehr viel zu tun, ist aber dennoch ziemlich gut gemacht.
Carsten Wohlfeld, Zillo, Juli/August 1999
(Dear Carsten, wir glauben, hier liegt ein Missverständnis vor. Nur weil Silvano mit der Stimme mal in den Keller geht, liegt unser Sound wohl doch einiges Abseits von Rammstein. Die neue deutsche Härte kann uns mal und allen die jetzt glauben, wir hätten was mit Gröfaz am Hut: NAZIS FUCK OFF. Noch Fragen?)


Plattentaufe "SelberAttack"



Neue Zuger Zeitung

Die Zuger Band Selber taufte ihre CD "Attack"

Massive Attacken gegen die Normalität
"Selber" hielt den Spiegel vor und zeigte die textlich überspitzte, musikalisch bizarre Reflektion einer kranken Gesellschaft.
Kaum eine Band in der lokalen Zuger Musikszene wagt diese monströs anmutende und für den Zuhörer entweder Faszination oder Tortur auslösende Massenkompatibilität wie die Band Selber. Die meisten der wenigen Zuhörer erkannten am Freitag beim Taufkonzert ihrer ersten CD in der Industrie 45 sehr schnell, worauf es sich da eingelassen hatten: auf etwas Unbequemes, weder Konzert noch Lesung, auf etwas tdeatralisches, das den fernen Anschein von Kabarett und dem, was heutzutage en vogue ist, dem Slam Poetry, besitzt.

Nachhaltig krank

Das Konzert von "Selber" pochte auf Nachhaltigkeit. Weil es in aller Konsequenz amateurhaft alternativ und provienziell pseudointellektuell, weil es chaotisch musikalisch und über Strecken krampfhaft pointiert daherkam, besass Qualität, bewusst so zu sein,wie der Rest der hiesigen Musikkultur zu sein tunlichst vermeidet. Diese Ehrlichkeit, vielleicht ist es auch ein Eingeständnis, hob sich ab. Aber sie brachte auch Missverständnisse hervor. Für den unvoreingenommenen Betrachter fiel ihre übertriebene Kritik an der psychischen Intoxikation des Individuums nicht sofort auf. Man fragte sich nicht, wie stark man selber womöglich schon infiziert ist, sondern stellte mit grosser Sicherheit fest, wie erstaunlich exhibitionistisch die drei Jungs auf der Bühne ihre eigenen krankhaften Neigungen bis hin zum Exzess auszuleben versuchen, ja was sie sich nur dabei gedacht haben, so etwas dem Publikum zuzumuten. Immerhin: Hut ab vor diesem Mut zur stilistischen Selbstständigkeit.
Da war der Sänger und Texter Silvano Cerutti. Ein gewandter Wortrocker und Punkintellektueller, der sonst Kurzgeschichten schreibt, in der Band jedoch zum Lyriker mutiert. Er deutete die Stossrichtung seiner Gedanken in den Ansagen zwischen den Songs an, hantierte mit Schlagwörtern wie Minderheitsaktionär, Bausparversagerin, Politiker mit Backpfeifengesicht, Papst, Veronika Feldbusch, Internet und rettete sich darin kaum vor Klischees. Die Alltagsrealität entpuppte sich als sein poetisches Trümmerfeld und sein Steinbruch. DieLiedtexte von Cerutti offenbarten im Gegenzug eine psychologisierende, sich durch schwer verständliche Metaphern hindurch schmuggelnde Bebilderung mit Titeln wie "Verdeckte Gedanken", "Chloroform" oder "Ausgeträumt".
Neben Cerutti als Bandleader fungierte Roger Meier als Samplingspezialist. Er vertonte die Texte mit einer beeindruckend vielfältigen und unkonvientionellen Samplesammlung von Geräuschen, Melodien, Syntdesizerklängen, Schlagzeugrhytdmen und Basslinien. Die Samples kamen mehrheitlich als Loops daher, als repetierende Muster, die zeitweise holperten, was als bewusstes Stilmittel eingesetzt wurde. Meier schöpfte eindrücklich die Breite des Frequenzspektrums aus, von schrillen Obertönen bis tiefen Subbässen, und verbarg zu Recht seine Manie für die Kombination unmöglichster Geräuschkulissen nicht.
Der Dritte im Bunde war der Gitarrist Raffi Hofmann. Bekannt ist er von der eher wilden Band "Die Cadizier". In seiner Rolle als "Selber"-Mitglied übte er sich jedoch in stoischer Gelassenheit und wirkte wie ein als Yuppie verkleiderter Punker, welcher die Bühnenshow wohlweislich seinem singendem Kompagnon überliess.

Steinzeitrock

So eigen die Band Selber an ihrem Konzert auch daherkam, es gibt Vorbilder. Erinnert wurde man an die deutsche Industrial-Formation Einstürzende Neubauten, welche diese extrovertierte Zerklüftdeit des psychischen Egos schon vor zwanzig Jahren erfunden hatte. Wenn man die Texte von "Selber" genauer unter die Lupe nimmt, kommen da auch etliche andere Einflüsse aus der Musik- und auch der Literaturgeschichte hervor. Dass bei "Selber" eben nicht alles so ungewohnt neuartig und von zu vielVergangenheitskultur verdorben ist, tönte die Vorband namens "Blocher" an. Eine Ad-hoc-Band aus dem Kollegenkreis, welche lauter Rockklassiker zum Besten gab, von "Iggy Pop" bis "Motörhead". Ein Wink mit dem Zaunpfahl.
Hugo Straub, Neue Zuger Zeitung, 4. September 2000


Zuger Presse

Neuro-synaptische Attacke

Die Zuger Band „Selber“ stellte ihr neuestes Musikereignis vor.
„Eine zerknüllte Träne zieht wie ein Rasiermesser durchs Gesicht.“ Als Melodiestreifen ins Mikrofon geknallt, mäandert der Satz durch den Raum, hart verfolgt von aufgekratzten Störgeräuschen. Dies sei ein Marketingevent für ein unverkäufliches Produkt, begrüsste Silvano Cerutti seine handverlesene Gästeschar. Ist dies nur eine kokett hingeworfene Verkaufsfloskel oder nicht? Tatsächlich sprengt die CD „attack“, welche die Zuger Formation „Selber“ mit Roger Meier (Sampler), Raffi Hofmann (Gitarre) und Silvano Cerutti (Sprech) am 1. September in der Industrie 45 tauften, den Rahmen herkömmlicher Musikkatogerien. Eher vergleichbar war die Session mit einer Poetry-Performance akustisch-musikalisch illuminiert mit einem stark frasierten Soundteppich.
Das eigentliche Ereignis sind nämlich die Texte – anarchisch und kraftvoll. Unter dem Motto „Wir sind Selber“, hoffentlich Sie auch gewähren sie Einblicke „in die Abgründe von Neurotik, Einsamkeit und der plötzlichen Erkenntnis, dass einem das eigene Leben abhanden gekommen ist“. Konglomerate inner Befindlichkeit an die Oberfläche katapultiert, verletzlich und zerstörerisch zugleich, provozieren erschlagend neue Sichten und eigenwillig sperrige Sprachbilder, an deren Widerhaken die eigenen Gedanken aufgeschlitzt werden. Verständlich, dass sie sich nicht in eingängige Melodien zwängen lassen.
Eindrücklich die mimische Inszenierung: Cerutti interpretiert die Texte nicht, er verschmilzt mit den Worten. Eruptiv windend spült es sie aus seinem Körper, haucht, presst, stottert, schleudert er sie ins Mikrofon. Taucht immer wieder, um frisch getankt neue Versatzstücke hinauszuschmettern. Dabei schletzt sein Körper im Staccato sich jagender Wechsel um den phonalen Verstärker. Manchmal scheint er mit ihm zu verschmelzen, umwindet ihn liebkosend, im nächsten Moment attackiert er ihn und drückt dem metallenen Mund seine Worte in den Schlund. Text und Sound verquicken synaptisch, sind geprägt von derselben Strategie starker Sinn- und Rhytdmuswechsel, was immer wieder überraschende Effekte generiert. „Attack“ ist nicht geeignet als Stimmungsmacher im Hintergrund zur Party, sie verlangt absolute Aufmerksamkeit, und die verdient sie auch.
(age), Zuger Pressse, 4. September 2000


Konzert-Kritiken

Neue Zuger Zeitung

Über die aus Zug stammende und als Vorband figurierende Formation "Selber" kann nur soviel gesagt werden: sie ist sich treu geblieben und exerziert immer noch den gleichen unfassbaren Klangspuk aus Sampling-Stückwerk, Gitarrentrash und Publikumsbeschimpfung in gepflegtem Hochdeutsch. Der Sänger Silvano Cerutti kann oder will nicht singen, deshalb rezitiert er, der Gitarrist Raffael spielt den grimmigen Macho und muss zwischendurch trotzdem lachen, der Samplerspieler Roger bezirzt mit Dub- und Sub-Bässen und kann sich nicht zwischen Quietschen und Klassik entscheiden. Fazit: Musik als Recyclinggut, das aus Versehen weggeworfen wird.
Hugo Straub, Neue Zuger Zeitung, 30.11.1998


Neue Zuger Zeitung

....Und das Publikum war wählerisch wie immer. Ob es wohl das Konzert von Selber goutierte? Die Augen waren auf die Exzentrik von Sänger Silvano Cerutti fixiert. Der gab sich auch wirklich Mühe mit seinen Grimassen und mit der auf hochdeutsch vorgetragenen Publikumsbeschimpfung. Ein Glöckner des Rock'n'Roll könnte man meinen, der mit der Kunstsprache Hochdeutsch ein Arsenal neurotischer Zustände öffnete, die man - wenn überhaupt - dann aber belustigt zur Kenntnis nahm. Absicht?
Hugo Straub, Neue Zuger Zeitung, 24.11.1997


Zuger Presse

...Auch die nächste Band, "Selber", vermochte noch nicht eine grössere Zuschauermenge anzulocken, und diejenigen, die anwesend waren, trauten sich nicht so recht an die Bühne heran. Wohl nicht zuletzt der wilden Gebärden des Sängers Silvano Cerutti wegen. Musikalisch unterstützt wurde er von einem Gitarristen und einem Mann am Sampler. Gemeinsam legten sie den Klangteppich, auf welchem sich der Sänger konsequent hochdeutsch und neurotisch austobte. Allein Ceruttis Kommentare hätten einen grösseren Publikumsaufmarsch gerechtfertigt. Markus Aklin, Zuger Presse, 24.11.1997